Kindesunterhalt: Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung

Gemäß § 1610 Abs. 2 BGB schulden die Eltern dem Kind die Kosten einer angemessenen Vorbildung zu einem Beruf.

Die Betonung liegt dabei auf „einem“ Beruf.

Es konnte deshalb immer dann zu Schwierigkeiten, wenn eine Berufsausbildung abgeschlossen wurde und dann ein Studium aufgenommen wird.

Hier sagt die Rechtsprechung, das Studium sei zu bezahlen, wenn sich die weitere Ausbildung in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zu dem bisherigen Ausbildungsweg befindet und von vornherein angestrebt war.

In der Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm vom 12.3.2012 – II-4 UF 232 / 11 hat das Oberlandesgericht entschieden, dass ein Studium der Zahnmedizin zu bezahlen ist, obwohl zunächst der Beruf der zahnmedizinischen Angestellten erlernt wurde. Es sieht den nötigen Zusammenhang zwischen der ersten Ausbildung und dem Studium, obwohl im vorliegenden Fall fünf Jahre zwischen dem Abitur und dem Studienbeginn lagen. Dies war aber auf die lange Wartezeiten in der Zahnmedizin zurückzuführen.

Anm.: ähnliche Konstellationen sind: Banklehre und Jura-bzw. Betriebswirtschaftsstudium, Ausbildung in einem technischen Beruf und anschließendes Ingenieurstudium.

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