Unterhaltsberechnung zum Schnäppchenpreis?

Berechnung von Unterhalt im Internet wird immer beliebter.

Und da kommt ein Sonderangebot gerade recht: schlappe 349 Euro, da greift man gerne zu.

Was von dem Angebot zu halten ist, ergibt sch aus folgendem Satz“Falls Sie keine genauen Angaben zur Hand haben, schätzen Sie die Beträge so gut wie möglich.”

Dazu muss man wissen: Die Berechnung des anzurechnenden ( das ist eine rechtliche Frage!)  Einkommens der Beteiligten ist ein zentraler Bereich der Unterhaltsberechnung. Wenn bei der Berechnung des Einkommens Fehler gemacht werden, stimmt die ganze übrige Berechnung nicht mehr.

Es gibt  einen gesetzlich normierten Anspruch auf Auskunftserteilung, gerade damit man nicht schätzen muss.

Das ist noch nicht alles: Es gibt Einkommen, das fiktiv zugerechnet wird. Es gibt Kredite, die abzugsfähig sind und solche, die es nicht sind. Es gibt Versicherungen, die sind abzugsfähig sind, solche, die es nicht sind und solche, die bis zu einem bestimmten Prozentsatz abgezogen werden können.

Schließlich: Es gibt Begrenzungen des Unterhaltsanspruches, zeitlich und der Höhe nach.

Das alles erfaßt das angebotene Berechnungsformular nur unzureichend oder garnicht.

Wer sich auf diese Unterhaltsberechnung verläßt, der ist verlassen.

Das sagt dann auch der Anbieter, nur verschlüsselt: “Diese Berechnung bietet Ihnen einen Überblick über Ihre Unterhaltssituation. Falls es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommt, sind vereinzelt Abweichungen möglich, da das Unterhaltsrecht durch eine Vielzahl von gerichtlichen Einzelfallentscheidungen geprägt ist.”

Für einen  unverbindlichen “Überblick über die Unterhaltssituation” 349 Euro. OK, man gönnt sich ja sonst nichts.

Mein Tipp: Kaufen Sie sich doch gleich das Standardprogramm, mit dem auch viele Gerichte rechnen: Gutdeutsch “Familienrechtliche Berechnungen” und rechnen selbst.

Dann haben Sie sogar noch einen Hunderter gespart.

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